Wer bin ich?
Neue Schilder für die Heiligenfiguren in der Stadtpfarrkirche St. Emmeram
20.01.2021
„Des?“ – eine kleine Kinderhand zeigt während des Gottesdienstes auf eine Heiligenfigur im Altarbogen in der Stadtpfarrkirche St. Emmeram in Windischeschenbach. „Ja, die Frau hat einen Kelch und einen Turm dabei.“ – mehr Informationen kann die Oma in diesem Moment leider nicht geben, denn die Frage stellt sich: „Ja wer sind denn alle diese Heiligen im Altarbogen und in unserer Kirche?“
Dieser Frage ging die Pfadfindersippe „Igel“ der Pfadfinder Windischeschenbach nach. Sie erarbeiteten, als Treffen in der Gruppe noch möglich waren, neue Schilder in der Gruppenstunde. Gruppenleiterin Miriam Sperber stellte sie nun in der Kirche auf.
Hilfe bei der Gestaltung erhielten die Pfadfinder von GSG-Vorstand Johannes Sperber, der ihnen bei den Holzarbeiten half. Sie fertigten fünf Klapphäuschen: Innen klebten die Pfadfinder ein Foto des Heiligen. In kurzen Infotext-Abschnitten kann man sich nun über den jeweiligen Heiligen informieren.
Bei den Heiligenfiguren gibt es neben einem kurzen Überblick über das Leben auch Informationen, für welche Lebenssituationen diese Person gerade besonders angerufen wird. Beispielsweise kennt man den „Schlamperer-Patron“, den Hl. Antonius, zu dem gebetet wird, wenn man einen Gegenstand verlegt hat.
Auch zusätzliche Informationen, dass z.B. beim Kind, das der Hl. Josef am Arm hält, ein damaliger Windischeschenbacher Modell gestanden hat. Die Pfadfinder suchten auch Bauernregeln und Zitate der Heiligen.
Für den Altarbogen fertigten sie ein separates „Häuschen“, in welchem sie die Personen im Bogen kurz beschreiben. Alle der zehn Heiligen haben Bezug auf die Pfarrei und die Gotteshäuser um Windischeschenbach. So handelt es sich um die Frau mit Kelch und Turm der überfragten Oma beispielsweise um die Hl. Elisabeth – die Schutzpatronin des Hauses St. Elisabeth in Windischeschenbach.
Aber nicht nur sie, sondern viele weitere, lassen sich im Altarbogen finden. So findet man auch nun heraus, wer die Dame mit der Zange und der Fackel ist und kann es dem Enkelkind beim nächsten Kirchenbesuch erklären.



Heilige wie unsere Pfarrpatrone, der Hl. Nikolaus, der Hl. Emmeram, die Hl. Agatha und viele andere – wie die Adventheiligen Barbara und Lucia – zeigen uns Wege zu Gott.
Ein gutes Stück Weg liegt schon hinter uns durch diesen „anderen“ Advent: Alles wie immer? Eben nicht! Vielleicht ist dieser Advent auch eine gute Zeit, einmal das eigene Leben, den Alltag, die Wege, die wir gehen, zu überdenken, vielleicht auch umzukehren, wo wir auf Irrwege geraten sind, eine neue Richtung einzuschlagen, wo wir im Kreis gehen. Traditionell ist der Advent auch eine Zeit, in der Buße und Umkehr, vielleicht auch ein Beichtgespräch, neue Wege eröffnen.
Bald feiern wir wieder das Geburtsfest Jesu Christi. Wir sind schon so daran gewöhnt, es reißt uns nicht mehr vom Hocker. Dabei ist die Botschaft der Engel, dass der „Retter geboren ist“ doch unglaublich, geradezu revolutionär.