Monat: September 2014

Begrüßung und Installation von Pfarrer Hubert Bartel

Händeschütteln nach der Messe

Pfarrer Hubert Bartel stellt sich in der Pfarreiengemeinschaft St. Emmeram – Heilig Geist vor

07.09.2014

Viele Gläubige warteten am Sonntag gespannt auf den ersten Gottesdienst mit dem neuen Seelsorger der Pfarreiengemeinschaft St. Emmeram Windischeschenbach und Heilig-Geist Neuhaus.

Subsidiar Josef Grillmeier

Von Pechbrunn nach Franken, Bolivien bis nach NeuhausOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Pfarrer Josef Grillmeier als Subsidiar in der Pfarreiengemeinschaft – leider nur bis Mitte 2015

01.09.2014

Seine Aufnahmeprüfung hat Josef Grillmeier schon mit Bravour bestanden. „Gestern war ich das erste Mal am Zoigl“, erzählt der agile Geistliche über die ersten Erlebnisse an seinem neuen Wohnort. Nach eigenen Angaben habe ihm das für die Zoiglhochburg Neuhaus und Windischeschenbach typische Bier sehr gut geschmeckt – beste weltliche Voraussetzungen also für seine Arbeit in der Pfarreiengemeinschaft. Seit erstem September erfüllt der gebürtige Pechbrunner das Neuhauser Pfarrhaus nach dem halbjährigen Leerstand wieder mit Leben.

Als Ruhestandsgeistlicher unterstützt Grillmeier zukünftig den neuen Pfarrer der Pfarreien Windischeschenbach und Neuhaus, Hubert Bartel, als Subsidiar (von lat. subsidium „Hilfe, Hilfeleistung“) in der Seelsorge. Zuletzt in Pfettrach bei Landshut eingesetzt, blickt Josef Grillmeier auf ein ereignisreiches Leben als Priester zurück. Dieses begann aber erst im zweiten Anlauf. „Nach der Volksschule in Pechbrunn habe ich zu erst einmal in Schwandorf die Gärtnerlehre mit der Gehilfenprüfung abgeschlossen“, erzählt der Sohn einer Landwirtsfamilie. Aber bereits mit 16 Jahren war für ihn klar, so der Geistliche, dass er gerne Pfarrer werden würde. Als Beispiele dienten ihm seine beiden Onkel Josef und Alois. Während der eine als Priester am Augustinus-Gymnasium in Weiden Sprachen unterrichtete, wurde der andere als Professor für Dogmengeschichte später sogar zum Kardinal ernannt. Ein weiterer Onkel verbrachte sein Leben als Jesuitenbruder. „Das waren meine Vorbilder“, berichtet Grillmeier.

Darüber hinaus habe er sich schon als Ministrant in der Kirche sehr wohl gefühlt. Vor dem Studium der Philosophie und Theologie in Würzburg holte der zielstrebige Oberpfälzer in Wolfratshausen-Waldram das Abitur nach. Im Anschluss an die Priesterweihe 1977 verbrachte er die ersten drei Jahre als Kaplan in der Nähe von Aschaffenburg und in Schweinfurt. Danach ließ sich der Seelsorger mit dem Einverständnis des Würzburger Bischofs in seine Heimatdiözese Regensburg versetzen, wo er als Kaplan die Pfarrei St. Jakob in Schwandorf betreute, bevor er in March bei Regen seine erste Pfarrstelle übernahm.

Nach einem weiteren Einsatz in Straubing bat der Josef Grillmeier 1995 um seine Aussendung in die Mission. Sein Ziel war Bolivien, das er schon bei früheren Reisen kennengelernt hatte. In Apolo, einer 6000-Einwohner-Stadt im Norden von La Paz, setzte er sich vor Ort für die Wiedereröffnung eines Internats für Kinder aus dem Urwald ein. Die finanziellen Mittel dafür erhielt er aus Spenden für das Jugendprojekt Apolo e. V.. „Mission hat mich schon immer interessiert“, so der Geistliche, der schon als kleiner Bub gerne Missionsbücher geschmökert hat. Sein Projekt in Bolivien ermöglicht seitdem Kindern, die aus einem Einzugsgebiet von bis zu 70 km um die Stadt kommen, Schul- und Glaubensbildung ohne die tägliche, beschwerliche und zum Teil unmögliche Anreise.

2002 zwangen gesundheitliche Gründe den engagierten Missionar zur spontanen Rückkehr nach Deutschland. Dort übernahm er nach einer Phase der Erholung als Priester im Vorruhestand für acht Jahre die Seelsorge in Pfettrach. „Und jetzt bin ich halt da“, schmunzelt Josef Grillmeier im Hinblick auf seine neueste Herausforderung in der Pfarreiengemeinschaft. Begleitet habe ihn auf seinem nicht immer ganz einfachen Lebensweg stets sein Weihespruch „Die Liebe Christi drängt uns“. Dieser gilt auch als Leitgedanke der Mallersdorfer Schwestern, denen auch Grillmeiers Schwester seit vielen Jahren angehört.

Kraft und Ausgeglichenheit holt sich der Pfarrer zudem aus seiner Leidenschaft fürs Ikonen-Schreiben. „Als Hobby würde ich das nicht bezeichnen“, entgegnet er künstlerischen Interpretationen seiner Tätigkeit. „eher als eine geistige Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Heiligen und den Hintergründen“. Ihm sei Ruhe und Meditation genau so wichtig, wie Geselligkeit – etwa bei einem Glas Wein in einer Besenwirtschaft in der Wachau, seinem Lieblingsreiseziel, oder ab jetzt in einer der Zoiglstuben in Neuhaus oder Windischeschenbach.

Anmerkung: Ende 2015 hat Pfarrer Josef Grillmeier nach langem Ringen und auf eigenen Wunsch die Pfarreiengemeinschaft leider wieder verlassen.